
Mehr Sicherheit. Mehr Bindung. Besseres Team: So werden Höfe attraktive Arbeitgeber

So schaffen Sie ein Arbeitsumfeld, das Sicherheit gibt und Fachkräfte langfristig bindet.
In vielen landwirtschaftlichen Betrieben bilden Mitarbeiter das Fundament, auf dem der gesamte Betrieb steht. Sie versorgen Tiere, bedienen Maschinen, planen Abläufe, übernehmen Verantwortung – Tag für Tag. Besonders in arbeitsintensiven Zeiten wie der Ernte wird deutlich, wie unverzichtbar helfende Hände sind.
Doch gerade weil Mitarbeiter so wichtig sind, braucht es klare Strukturen, verlässliche Rahmenbedingungen und eine Absicherung, die im Ernstfall auch funktioniert. Viele Betriebe stellen sich daher dieselben Fragen:
Was müssen wir absichern? Was ist sinnvoll? Und wie schaffen wir ein Arbeitsumfeld, das Sicherheit, Wertschätzung und Stabilität miteinander verbindet?
1. Die Basis für ein starkes Team: Sicherheit beginnt am ersten Arbeitstag
1.1. Ein sicherer Start für neue Mitarbeiter
Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist ein lebendiges, dynamisches Arbeitsumfeld. Neue Mitarbeiter müssen Abläufe kennenlernen, Risiken verstehen und wissen, wie Maschinen sicher geführt werden. Wenn diese Einweisung fehlt, entstehen Fehler – und im schlimmsten Fall gefährliche Situationen.
Eine gute Einarbeitung schafft Orientierung. Dazu gehören die Vorstellung aller relevanten Arbeitsbereiche, klare Sicherheitsregeln und eine verständliche Einweisung in Maschinen. Auch einfache Dinge wie der Hinweis auf Notfallkontakte oder Unfallmeldewege geben Sicherheit.
Ein Hof, der neue Mitarbeiter gut abholt, erlebt weniger Unfälle, weniger Unsicherheiten und eine höhere Arbeitsqualität. Und: Man spürt sofort, dass hier Verantwortung gelebt wird.
1.2. Gehalt, Arbeitszeiten und klare Absprachen
Ein ordentliches Gehalt ist keine Selbstverständlichkeit – es ist ein Zeichen von Respekt. Gerade in der Landwirtschaft ist die Arbeit körperlich anspruchsvoll, häufig wetterabhängig und zeitlich flexibel. Mitarbeiter brauchen daher ein Vergütungssystem, das fair und nachvollziehbar ist.
Wichtig sind:
- Einhaltung des Mindestlohns, auch bei Saisonkräften
- Transparente Lohnbestandteile, damit jeder weiß, wie sich das Gehalt zusammensetzt
- Korrekte Arbeitszeiterfassung, besonders in Erntezeiten
- Zuschläge oder Sonderzahlungen, wo sinnvoll und möglich
Ein Hof, der klar kommuniziert und fair bezahlt, schafft Vertrauen – und das ist oft der entscheidende Faktor, warum Menschen bleiben.
1.3. Sicherheit beginnt bei der richtigen Ausrüstung
Die Landwirtschaft bringt Risiken mit sich. Maschinen, Tiere, Witterung, körperliche Belastung: All das verlangt gute Schutzkleidung und klare Sicherheitsvorgaben.
Viele Betriebe stellen daher:
- Sicherheitsschuhe
- Handschuhe
- Schutzkleidung für z.B. den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln
- Warnwesten
- wetterfeste Kleidung
Diese Ausrüstung reduziert das Unfallrisiko erheblich und zeigt zugleich die Haltung des Betriebs: „Wir wollen, dass du gesund bleibst.“
2. Die 5 wichtigsten Versicherungen für Mitarbeiter
Mitarbeiter zu beschäftigen bedeutet Verantwortung – rechtlich, wirtschaftlich und menschlich. Die folgenden Versicherungslösungen bilden den Kern einer sinnvollen, modernen Absicherung.
2.1 Betriebliche Altersversorgung (bAV)
Für landwirtschaftliche Familienbetriebe ist die betriebliche Altersversorgung ein wichtiger Baustein, um Verantwortung nicht nur für den Hof, sondern auch für die Menschen dahinter zu übernehmen. Viele Mitarbeitende wissen, dass die gesetzliche Rente später nicht reichen wird – haben aber im Alltag kaum Möglichkeiten, selbst strukturiert vorzusorgen. Über die betriebliche Altersversorgung wird ein Teil des Gehalts direkt in eine Altersvorsorge umgewandelt, bevor Steuern und Sozialabgaben anfallen. Das bedeutet: Mit vergleichsweise wenig Nettoaufwand entsteht eine zusätzliche Rente, die langfristig Sicherheit gibt. Gerade in körperlich anspruchsvollen Berufen ist das ein starkes Signal der Wertschätzung.
Für den Arbeitgeber funktioniert die bAV klar und überschaubar: Der Betrieb schließt eine Direktversicherung ab und führt die Beiträge aus dem Bruttolohn des Mitarbeiters ab. Diese Beiträge sind bis zu festgelegten Grenzen steuer- und sozialabgabenfrei, wodurch sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer Sozialversicherungsbeiträge sparen. Zusätzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet, die eingesparten Sozialabgaben in Form eines Zuschusses weiterzugeben. Für den Betrieb bleibt das Ganze bilanzneutral, gut kalkulierbar und verursacht nur geringen Verwaltungsaufwand – ein wichtiger Punkt im ohnehin vollen Hofalltag.
Besonders passend für landwirtschaftliche Betriebe ist die Flexibilität der betrieblichen Altersversorgung. Der Vertrag gehört dem Mitarbeitenden und kann bei einem Arbeitgeberwechsel mitgenommen oder privat weitergeführt werden. Gleichzeitig lassen sich auch kleine Beiträge sinnvoll einsetzen – etwa als Ergänzung zu bestehenden Löhnen oder vermögenswirksamen Leistungen. So entsteht Schritt für Schritt echte Vorsorge, ohne den Betrieb finanziell zu überfordern. Kurz gesagt: Die betriebliche Altersversorgung verbindet steuerliche Vorteile mit Fürsorge – und stärkt langfristig sowohl das Team als auch den Betrieb.

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2.2 Betriebliche Krankenversicherung (bKV)
Die betriebliche Krankenversicherung ist für landwirtschaftliche Betriebe ein besonders wirkungsvoller Baustein, weil sie dort ansetzt, wo der Alltag am meisten fordert: bei der Gesundheit. Körperliche Arbeit, lange Tage und wenig Ausweichmöglichkeiten machen schnelle und gute medizinische Versorgung entscheidend. Mit einer bKV erhalten Mitarbeitende zusätzliche Leistungen zur gesetzlichen Krankenversicherung – zum Beispiel für bessere ambulante oder stationäre Behandlung. Der große Unterschied zur Altersvorsorge: Der Nutzen ist sofort spürbar, nicht erst irgendwann in der Zukunft.
So funktioniert die betriebliche Krankenversicherung in der Praxis: Der Betrieb schließt einen Gruppenvertrag mit einem privaten Krankenversicherer ab und stellt seinen Mitarbeitenden definierte Gesundheitsleistungen zur Verfügung. Je nach Tarif ist der Zugang sogar ohne Gesundheitsprüfung möglich – ein enormer Vorteil, gerade für Mitarbeitende mit körperlich belastender Vorgeschichte. Der Arbeitgeber bestimmt, welche Leistungen abgesichert werden, etwa Facharztbehandlung, schnellere OP-Termine oder bessere Unterbringung im Krankenhaus. Das Ergebnis: kürzere Ausfallzeiten, schnellere Genesung und spürbar mehr Sicherheit für die Mitarbeitenden.
Auch steuerlich ist die bKV für landwirtschaftliche Familienunternehmer gut planbar. Liegen die Beiträge pro Mitarbeitendem unter der monatlichen Freigrenze von 50 Euro, sind sie in der Regel steuer- und sozialabgabenfrei. Der Betrieb investiert damit überschaubare Beträge, erzielt aber einen hohen wahrgenommenen Mehrwert – oft höher als bei einer klassischen Gehaltserhöhung. Gleichzeitig stärkt die bKV Motivation, Loyalität und das „Wir-Gefühl“ im Team. Kurz gesagt: Die betriebliche Krankenversicherung ist moderne Fürsorge, die sich für Betrieb und Mitarbeitende gleichermaßen auszahlt.
2.3 Betriebliche Unfallversicherung
Gerade in landwirtschaftlichen Betrieben gehört ein erhöhtes Unfallrisiko zum Alltag – sei es im Stall, auf dem Feld oder im Umgang mit Maschinen. Die betriebliche Unfallversicherung schließt hier eine entscheidende Lücke, denn sie schützt Mitarbeitende rund um die Uhr, nicht nur während der Arbeit. Im Gegensatz zur gesetzlichen Absicherung greift sie auch bei Unfällen im privaten Bereich oder auf Umwegen. Kommt es zu einem schweren Unfall, stehen finanzielle Leistungen zur Verfügung, die helfen, Einkommensverluste, Umbauten oder zusätzliche Belastungen abzufedern. Für Mitarbeitende bedeutet das: Sicherheit, wenn sie am verletzlichsten sind.
Für landwirtschaftliche Familienunternehmer ist die Gruppen-Unfallversicherung einfach und flexibel umsetzbar. Schon ab wenigen versicherten Personen kann der Betrieb einzelne Personengruppen absichern – etwa Mitarbeitende, mitarbeitende Angehörige oder Auszubildende. Die Leistungen lassen sich individuell festlegen, zum Beispiel für Invalidität, Todesfall oder Krankenhausleistungen, angepasst an körperlich tätige Berufe. Besonders wichtig: Die Gruppenlösung ist deutlich günstiger als eine Einzelversicherung und gilt automatisch für neue Mitarbeitende. So entsteht Schutz, ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand.
Auch steuerlich bietet die betriebliche Unfallversicherung Gestaltungsspielraum. Die Beiträge sind für den Betrieb Betriebsausgaben, und je nach Ausgestaltung können sie für Mitarbeitende steuerlich günstig oder sogar steuerfrei bleiben. Entscheidend ist, ob ein direkter Leistungsanspruch eingeräumt wird oder nicht – hier lohnt eine saubere Abstimmung mit Steuerberater und Versicherungsberater. Zusammengefasst zeigt die Unfallversicherung eines ganz klar: Der Betrieb übernimmt Verantwortung, nicht nur solange alles gut läuft. Und genau das stärkt Vertrauen, Loyalität und das Miteinander im Hofalltag.
2.4 Haftpflichtschutz – oft bereits integriert, aber zu prüfen
Landwirtschaftliche Haftpflicht-Policen decken Mitarbeiter automatisch mit ab.
2.5 Die Berufsgenossenschaft – wichtig, aber nicht umfassend
Die BG ist Pflicht und unverzichtbar. Doch sie deckt nur einen Teil der Risiken ab. Freizeitunfälle, selbst verschuldete Maschinenschäden oder private Verletzungen fallen nicht darunter. Deshalb sollte die BG immer als Basis, nicht als vollständiger Schutz verstanden werden.
3. Saisonkräfte: 5 Pflichten, die Betriebe kennen sollten
Saisonkräfte sind für viele Betriebe unverzichtbar – gleichzeitig ist ihr Einsatz rechtlich klar geregelt. Verstöße (auch unbeabsichtigt) können zu Nachzahlungen, Bußgeldern und Problemen bei Kontrollen führen.
Zu beachten sind insbesondere:
1) Mindestlohn einhalten
Saisonkräfte haben Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn – ohne Ausnahmen. Der Betrieb muss die aktuelle Höhe vor Saisonstart prüfen und korrekt abrechnen.
2) Arbeitszeit, Pausen und Ruhezeiten beachten
Auch in der Landwirtschaft gelten Vorgaben zu Höchstarbeitszeiten, Pausen und täglichen Ruhezeiten. Es gibt branchenspezifische Ausnahmen, aber nur innerhalb klarer Grenzen.
3) Sozialversicherung & Meldungen richtig einordnen
Vor Beschäftigungsbeginn muss geprüft werden, ob z. B. eine kurzfristige Beschäftigung oder ein Minijob vorliegt – und welche Melde- und Beitragspflichten daraus folgen. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Kriterien und Zeitgrenzen.
4) Arbeitszeiten lückenlos dokumentieren
Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit müssen sauber erfasst und aufbewahrt werden. Das ist besonders wichtig bei wechselnden Einsatzzeiten oder Arbeit an Wochenenden.
5) Unterkunft und Arbeitsschutz sicherstellen
Wer Saisonkräften Unterkünfte zur Verfügung stellt, muss für angemessene Sicherheits- und Hygienestandards sorgen und die Bedingungen klar festlegen. Ferner sind Unterweisungen, sichere Arbeitsmittel und persönliche Schutzausrüstung verpflichtend.
Praxis-Tipp: Krankenversicherungsschutz nachweisen
Gerade bei ausländischen Saisonkräften ist ein gültiger Krankenversicherungsschutz oft entscheidend – auch, weil Behörden im Rahmen von Kontrollen einen Nachweis verlangen können. Wer das rechtssicher und unkompliziert lösen will, findet hier eine passende Übersicht und Abschlussmöglichkeit: Hier klicken.
4. Warum Fahrerschutz sinnvoll ist
Wer viel mit Pkw oder Transporter unterwegs ist, trägt Verantwortung – und ein Unfall kann schnell teuer werden. Denn ein Punkt wird oft übersehen: Die Kfz-Haftpflicht zahlt für Schäden bei anderen, aber nicht für die eigenen Personenschäden des Fahrers. Genau hier kann der Fahrerschutz als freiwilliger Zusatzbaustein zur Kfz-Versicherung ansetzen. Er schützt den Fahrer finanziell, wenn er bei einem Unfall verletzt wird – besonders dann, wenn er den Unfall selbst verursacht und deshalb keine gegnerische Haftpflicht für seine Personenschäden eintritt.
Je nach Tarif kann Fahrerschutz zum Beispiel helfen bei:
- Verdienstausfall
- Schmerzensgeld
- Reha- und Folgekosten
- Haushaltshilfe
- Umbaukosten (z. B. Wohnung oder Fahrzeug)
- Hinterbliebenenleistungen
Kurz erklärt: Während eine Unfallversicherung mit festen Summen arbeitet, springt der Fahrerschutz für tatsächliche Kosten ein – allerdings nur, wenn keine andere Stelle bereits zahlt.
Für Unternehmen ist das besonders interessant, wenn Dienstfahrzeuge von mehreren Personen genutzt werden: Häufig sind dann alle berechtigten Fahrer mit abgesichert – und das schließt eine relevante Lücke in der Absicherung.
5. Pflege kann jeden treffen – Vorsorge entlastet
Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen – oft plötzlich und unerwartet. Für Betroffene und ihre Familien bedeutet ein Pflegefall nicht nur eine große emotionale Belastung, sondern auch erhebliche organisatorische und finanzielle Herausforderungen. In Deutschland werden rund 80 Prozent der Pflegebedürftigen von pflegenden Angehörigen zu Hause versorgt – häufig zusätzlich zur eigenen Berufstätigkeit.
Das Gleichgewicht von Beruf und Pflege stellt viele Beschäftigte vor große Herausforderungen. Zeitmangel, körperliche Erschöpfung und psychischer Druck wirken sich direkt auf Gesundheit, Konzentration und Leistungsfähigkeit aus. Pflege ist damit längst kein reines Privatproblem mehr, sondern ein relevantes Thema für Arbeitgeber.
Eine frühzeitige Pflegevorsorge hilft, Belastungen im Pflegefall deutlich zu reduzieren. Eine Pflegezusatzversicherung hilft, finanzielle Lücken im Pflegefall zu schließen. Schon eine kleine, bezahlbare Absicherung sorgt dafür, dass Angehörige im Alltag mehr Sicherheit und Spielraum haben.
Unternehmen können zusätzlich helfen: Zum Beispiel mit Homeoffice, Teilzeit oder flexiblen Arbeitszeiten. Auch kurzfristige Freistellungen, Beratung oder finanzielle Zuschüsse entlasten, wenn ein Pflegefall eintritt. Solche Angebote zeigen: Pflege wird im Unternehmen ernst genommen.
Unternehmen profitieren davon gleich mehrfach: Mitarbeitende fühlen sich unterstützt, bleiben eher im Betrieb und fallen seltener aus. Pflegevorsorge zeigt, dass das Unternehmen an morgen denkt – und an seine Menschen.
Fazit: Ein Betrieb ist nur so sicher wie seine Mitarbeiter
Ein landwirtschaftlicher Betrieb kann nur dann stark sein, wenn die Menschen, die ihn tragen, geschützt sind. Absicherung ist kein bürokratisches Muss, sondern ein Akt der Verantwortung – für den Hof, die Mitarbeitenden und die Familien, die davon leben.
Mit einer klaren Struktur, fairen Bedingungen und den richtigen Versicherungen entsteht ein Umfeld, das Sicherheit gibt. Ein Umfeld, in dem Menschen gerne arbeiten. Ein Umfeld, das langfristig Bestand hat.
FAQ – Häufige Fragen zur Absicherung von Mitarbeitern

Torsten Kaiser-Schröder
Torsten Kaiser-Schröder bringt über 20 Jahre Erfahrung als Versicherungsmakler für landwirtschaftliche Familienbetriebe mit. Jahrgang 1970, aufgewachsen auf einem Bauernhof mit 200 Zuchtsauen und 75 ha Ackerland, hat er als Diplom-Agraringenieur und zertifizierter Risikomanager (TÜV Nord CERT GmbH) eine tiefe Verbundenheit zur Landwirtschaft. Als Experte für Generationenberatung und Firmenkundenversicherung nutzt er sein umfangreiches Wissen, um landwirtschaftliche Betriebe umfassend abzusichern und bei wichtigen Entscheidungen zu unterstützen.

